Wie scharf ist dein Monitor wirklich?
Entscheidend ist nicht die Pixeldichte allein, sondern wie viele Pixel auf ein Grad Sichtwinkel fallen. Bei normaler Sehschärfe (Visus 1,0) entsprechen etwa 60 Pixel pro Grad der Auflösungsgrenze des Auges.
Warum Pixel pro Grad zählen
Pixeldichte in PPI sagt nur, wie fein der Bildschirm ist, nicht wie fein er für dich wirkt. Entscheidend ist, wie viele Pixel auf ein Grad deines Sichtfelds fallen: Ein Smartphone mit 450 PPI in 30 cm Abstand und ein Monitor mit 110 PPI in 80 cm Abstand können gleich scharf wirken.
Ein Auge mit Visus 1,0 trennt Details von einer Bogenminute, also einem Sechzigstel Grad. Ab etwa 60 Pixeln pro Grad verschwimmen einzelne Pixel deshalb zu einer glatten Fläche. Junge, gute Augen schaffen 75 bis 100 PPD. An Kanten erkennt das Auge Treppchen noch deutlich darüber, eine harte „Retina-Grenze“ gibt es also nicht.
Beispiel: Ein 27″-Monitor mit 2560 × 1440 hat auf 70 cm etwa 52 PPD, mit 3840 × 2160 etwa 78 PPD. Beim ersten verschwinden die Pixel ab 80 cm, beim zweiten schon ab 54 cm.
Pixelabstand p = Diagonale / √(Breite_px² + Höhe_px²)Winkel pro Pixel θ = 2 · atan(p / 2d)PPD = 1° / θSichtfeld = 2 · atan(Breite / 2d)
Häufige Fragen
Lohnt sich 4K auf 27 Zoll?
Auf 60 bis 70 cm ja, wenn dir Schärfe bei Text wichtig ist: 4K liegt dort bei knapp 70 bis 80 PPD, 1440p bei 45 bis 52 PPD. Ab etwa 80 cm erreicht auch 1440p die 60 PPD, dann ist der Unterschied klein.
Was bedeutet „Retina“ bei einem Monitor?
Es meint, dass einzelne Pixel aus dem üblichen Abstand nicht mehr erkennbar sind. Physikalisch entspricht das etwa 60 Pixeln pro Grad bei normaler Sehschärfe. Wie viele PPI dafür nötig sind, hängt vom Abstand ab.
Warum sind die Werte am Rand höher als in der Mitte?
Der Bildschirm ist flach. Die Ränder sind weiter von deinen Augen entfernt und werden schräg gesehen, deshalb passen dort mehr Pixel in ein Grad Sichtwinkel.